„Diesen Anblick wirst du niemals vergessen“
Jewgeni Chaldej
Jewgeni Chaldej (1917–1997) hielt mit seinen Fotografien das zerstörerische Ausmaß des Zweiten Weltkriegs sowie die Prozesse der Aufarbeitung und des Wiederaufbaus in der Nachkriegszeit fest.
Nach der gewaltsamen Besetzung fast ganz Europas griff die Wehrmacht am 22. Juni 1941 die Sowjetunion an. Von Beginn an führte das nationalsozialistische Deutschland im Osten einen rassistisch motivierten Eroberungs- und Vernichtungskrieg. Bis zum Kriegsende verloren allein in der Sowjetunion etwa 27 Millionen Menschen ihr Leben.
Als Fotograf der Roten Armee dokumentierte Chaldej verschiedene Phasen des Krieges in der Sowjetunion — in Murmansk, Rostow am Don und Sewastopol. Er hielt auch den Vormarsch der Roten Armee sowie die Befreiung von Städten wie Budapest und Wien fest. In seinen Fotografien bewahrte er die Freude der Menschen, die vom faschistischen Joch befreit wurden.
Die Ausstellung zeigt eine einzigartige Fotografie des sowjetischen Dichters Jewgeni Dolmatowski, der eine Skulptur des Kopfes Hitlers in den Händen hält. Dieses Bild, aufgenommen in Berlin unweit des Reichstags, vermittelt sowohl die Schwere des Erlebten als auch ein starkes Symbol für die Niederlage des Nationalsozialismus.
Chaldejs bekannteste Aufnahme — das Hissen der sowjetischen Flagge über dem Reichstag in Berlin im Jahr 1945 — machte ihn weltweit berühmt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt er den Auftrag, nach Nürnberg zu reisen, um die Stadt sowie den „Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher“ zu dokumentieren.
Anlässlich des 81. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs erinnert die Stadt Dresden an dieses Ereignis und präsentiert Fotografien von Jewgeni Chaldej in einer Ausstellung in der Galerie Orangerie. Die Ausstellung umfasst ein breites Spektrum — von den Kriegsschauplätzen in der besetzten Sowjetunion bis hin zu den Nürnberger Prozessen gegen nationalsozialistische Verbrechen.
Über viele Jahre befand sich das Fotoarchiv Chaldejs in den Vereinigten Staaten. Durch eine gerichtliche Entscheidung in New York wurde es seiner Tochter Anna Jefimowna Chaldej zurückgegeben, die 18 Jahre lang für die Wiederherstellung historischer Gerechtigkeit kämpfte. Nach der Rückführung des Archivs in den Familienbesitz wurden Ausstellungen seiner Werke mit neuer Intensität fortgesetzt, unter anderem 2021 im Memorium Nürnberger Prozesse unter der kuratorischen Leitung von Steffen Liebscher. Im Dezember 2025 besuchte er die Galerie Orangerie in Dresden mit einem Vortrag zum Beginn der Nürnberger Prozesse.
Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Russischen Kulturinstitut e.V. und der Galerie Orangerie unter der kuratorischen Leitung von Denis und Grigory Puchkov organisiert.
Ein besonderer Dank gilt Anna E. Chaldej für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung sowie Dr. Denis Puchkov, Advokat, für die Bereitstellung der Exponate.
Die Ausstellung umfasst Fotografien aus den privaten Sammlungen von Anna E. Chaldej und Denis V. Puchkov.
* Zitat von Jewgeni Chaldej